Subjektive und Objektive Realität

Was für eine provozierende Frage: Ist meine Realität subjektiv oder objektiv? Ist das was ich wahrnehme auch alles real? Nehmen andere Leute die gleiche Realität auf?

Hier lässt sich endlos eine Grundsatz-Diskussion führen, weil natürlich jeder das für echt, real und wichtig hält, was er aufnimmt. Fakt ist, die Realität ist beides.

Es gibt einige Dinge, die sind allgemein subjektiv: Ich bin 1,83m groß und in den Augen meiner Frau (mit ihren 1,57m) ein großer Mensch – während ich für einen 1,97m großen Profi-Basketball-Spieler, der sich täglich mit etwa gleich großen Menschen umgibt, eher ein kleinerer Vertreter unserer Spezies bin. Das ist einfach eine relative Tatsache und im allgemeinen bekannt.

Dann gibt es die objektiven Dinge: wenn in der Mitte meines Wohnzimmers ein Tisch steht, dann lässt sich das schwer leugnen. Für mich steht ein Tisch da, und wenn mein Nachbar zu Besuch kommt, dann wird er auch diesen Tisch da stehen sehen. Genau so wie die Vase, die den Tisch dekoriert – wenn ich sie dort hin gestellt habe, dann ist sie da.

Und dann gibt es die zahllosen Details, denen sich die meisten Menschen nicht bewusst sind – und eben diese „unwichtigen“ Details können darüber entscheiden, ob Sie ein glücklicher und/oder erfolgreicher Mensch sind, oder eben nicht.

Die Konditionierung, wie Sie die Welt sehen möchten ist ausschlaggebend.

Auf uns prasseln wahnsinnig viele Informationen ein. Unsere Augen nehmen zunächst alles auf, was erst vom Gehirn gefiltert wird. Parallel nehmen wir akustisch die gesamte Geräuschkulisse um uns herum auf und riechen viele verschiedenste Gerüche. Wir schmecken selbst Bestandteile der Luft und fühlen die Beschaffenheit unserer Umgebung, sowie Temperatur, Feuchtigkeit, und vieles mehr.

Auf unser Gehirn strömen im Schnitt 400 Milliarden Bits pro Sekunde ein, wovon das Gehirn „nur“ 2000 Bits pro Sekunde verarbeiten kann – Sie verarbeiten nur einen Teil von 1:200.000.000. Da ist es durchaus realistisch, dass jeder seinen eigene Kombination aus 200 Millionen Möglichkeiten zusammen setzt, oder?!

Was wird gefiltert?

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, filtert unser Gehirn nach unserer Konditionierung. Sie nehmen bspw. die Temperatur nicht bewusst war, bis es entweder zu kalt oder zu warm wird. Von den visuellen Eindrücken winkt unser Gehirn das durch, was es schon kennt und/oder als wichtig einstuft. Demnach sehen wir die uns bekannte Welt um uns herum, schließen aber gleichzeitig extrem viele Dinge aus, auf die wir uns nicht programmiert haben.

Eine Legende erzählt die Geschichte eines Indianer-Häuptlings in Amerika zu der Zeit, als sich Kolumbus mit seiner Schiffsflotte der Küste näherte. Der gesamte Stamm hat ungewöhnliche Wellenbewegungen wahrgenommen, wusste aber nicht woher diese kommen – denn die Indianer kannten noch keine Schiffe und konnten diese deshalb nicht sehen. Deren Gehirn hat sie schlichtweg rausgefiltert „Kenn ich nicht, brauch ich nicht.“ Der Häuptling war (vollkommen zurecht) besorgt um seinen Stamm, hat sich an die Küste gestellt und sich voll konzentriert so lange die Eindrücke auf sich wirken lassen, bis er die Schiffe sehen konnte. Nachdem er seinem Stamm von seiner Entdeckung berichtet hat, konnten diese plötzlich die Schiffe ebenfalls erkennen – das Gehirn konnte es zuordnen.

Ich kenne den exakten Wahrheitsgehalt dieser Legende nicht – aber die Aussage wird darin besonders deutlich. Wir alle kennen in einer abgewandelten Form dieses Phänomen: wenn Sie sich für ein neues Auto interessieren und sich für ein Modell entschieden haben, dann sehen Sie plötzlich genau diesen Wagen überall auf den Straßen herumfahren. Wo waren die ganzen Autos vorher? Sie haben sie einfach nur nicht wahrgenommen. Genauso geht es allen Menschen, die im nächsten Umfeld eine Schwangerschaft miterleben – plötzlich wimmelt es nur von Schwangeren und Eltern mit Babys. Haben Sie auch schon solche Erfahrungen gemacht?

So filtert unser Gehirn die Informationen, von denen wir ihm sagen, dass sie wichtig sind für uns.

Der eine schaut aus dem Fenster und ärgert sich über den Regen, der andere freut sich, dass er seine Blumen nicht gießen muss. Ein anderer schaut aus dem Fenster und freut sich über den goldenen Herbst, während ein anderer sich über das Laub ärgert.

Es werden auch Assoziationen an bestimmte Worte unterschiedlich bewertet. Wenn Sie einen Freund haben, der von der Fahrbahn abgekommen ist und sich mit seinem Auto einige Male überschlagen hat bis er angeschnallt kopfüber im Bach gelandet ist, werden Sie ganz unterschiedliche Gefühle haben, wenn Sie über einen Bach sprechen oder einen sehen. Während Sie das idyllische plätschern genießen wird ihr Freund die Situation eventuell sehr düster und gefährlich wahrnehmen. Einen Menschen, der auf der Autobahn einen Auffahrunfall erlebt hat, wird sein Gehirn rasch erkennen lassen, wenn jemand unpassend ausscheren könnte, weil er diese Erfahrung bereits gemacht hat. Häufig sieht man Kriegsveteranen, die mit unerträglichen Ängsten konfrontiert werden, während die Leute um sie herum ein Feuerwerk genießen. Alles wird durch das Gehirn gefiltert und in zahlreiche Situationen projiziert.

Pro Tipp: Konditionieren Sie Ihr Gehirn auf Erfolg. Lassen Sie es lernen glücklich zu sein, auch wenn andere schimpfen. Lassen Sie Ihr Gehirn Chancen erkennen, anstelle von Gefahren.

Definieren Sie Ihre Ziele so, dass Ihr Gehirn die wichtigen Informationen heraus filtert, die Sie für Ihre Zielerreichung benötigen.

Film-Tipp zu diesem Thema: What The Bleep Do We (K)now?! (Ich weiß, dass ich nichts weiß!)

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