Wie entstehen schlechte Gewohnheiten?

Schlechte Angewohnheiten machen uns das Leben schwer. Wir tun Dinge, von denen wir eigentlich ganz genau wissen, dass sie nicht gut für uns sind, aber ertappen uns immer wieder dabei, wie wir sie tun.

Kaum etwas ist frustrierender als sich das Ziel zu setzen gewisse schlechte Gewohnheiten abzulegen, oder neue gute Gewohnheiten anzunehmen, nur um dann festzustellen, dass Sie nicht diszipliniert genug sind Ihrem Vorhaben zu folgen.

Aber ist es tatsächlich einfach nur die Disziplin, die uns davon abhält unseren Zielen zu folgen? Oder gibt es noch etwas Tiefgründigeres?

Kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor?

Sie setzen sich zwei Ziele: Sie möchten erstens einige Kilos abnehmen und zweitens anfangen Geld zu sparen. Sie wissen, dass Sie einige Gewohnheiten umstellen sollten, um diese Vorhaben umsetzen zu können.

Anfang sind Sie voller Überzeugung und Leidenschaft dabei – nichts kann Sie in die Versuchung locken Ihren „alten“ Gewohnheiten zu verfallen.  Nach einigen Tagen merken Sie jedoch, dass die Hürden zu den neuen Gewohnheiten nicht einmalig, sondern täglich genommen werden müssen, außerdem beginnt mit der Zeit die Motivation zu schwinden. Viele Situationen sind neu und ungewohnt.

Jetzt fangen Sie an in einigen Situation nachzugeben – immer nur Ausnahmen!

Zunächst ist es nur ein Stück Kuchen auf dem Geburtstag Ihrer Nichte (schlecht für Ihre Gesundheit und Ihre Figur). Dann möchte ein guter Freund mit Ihnen Essen gehen – schließlich hat er ja Geburtstag (schlecht für Ihre Finanzen und Ihre Figur). Dann kriegt Ihr Kind die Grippe und Ihre neuen Gewohnheiten sind jetzt sekundär, schließlich brauchen Sie die volle Energie jetzt für Ihr Kind. Und ehe Sie sich versehen, haben Sie zwei Wochen rum, in denen Sie nicht Ihren Vorsätzen gefolgt sind.

Also bereiten Sie sich auf die nächste Runde „Mission Impossible“ vor, während das Teufelchen auf Ihrer Schulter Sie permanent daran erinnert, wie oft Sie es schon versucht haben und dabei gescheitert sind.

Wie entstehen diese schlechten Gewohnheiten?

think_2Wenn Sie immer wieder ein Verhalten wiederholen und es ablegen möchten ist es ratsam zu Wissen, was Sie dazu bringt es immer wieder zu tun. Wenn Sie das „warum“ einer Angewohnheit erkennen, gibt es Ihnen die Macht darüber und erhöht die Chancen des erfolgreichen Abgewöhnens drastisch. Experten haben herausgefunden, dass es nie zu spät ist eine Angewohnheit abzulegen und der beste Weg dazu ist die Strukur zu verstehen.

Also analysieren wir mal, was es mit schlechten gewohnheiten auf sich hat. Zunächst gibt es ganz offensichtliche Gründe:

  • Schlechte Gewonheiten bereiten uns in irgend einer Form Vergnügen und Freude.
  • Schlechte Gewohnheiten sind meist bequemer als deren Alternative.

Dann gibt es aber noch tiefere, psychologische Gründe:

1. Wir unterliegen dem Trugschluss, dass eine neue Entscheidung eine einmalige Entscheidung ist und merken nicht, wie schnell aus diesen „Ausnahmen“ eine Angewohnheit wird.

Denken Sie mal darüber nach. Irgendwann haben Sie ja mit dem Verhalten begonnen. Nehmen Sie bspw. Ihren Vorsatz Geld zu sparen. Als Sie das erste Mal mehr Ausgaben als Sie eigentlich hatten wussten Sie genau, dass es keine gute Idee ist. Und Sie wussten auch, dass Sie später dafür aufkommen müssen und dadurch der nächste Gehaltlauf knapper ausfallen wird. Aber das ist in Ordnung, da es ja „nur eine Ausnahme“ ist. Als Sie das nächste Mal vor dieser Situation standen, ging Ihnen die Entscheidung leichter von der Hand, weil Sie diese ja bereits schon mal durchgezogen haben. Und das ist der Start von regelmäßig knappen Monatsenden und „kein Geld mehr zu Verfügung haben“. Sie haben schlichteweg nicht erwartet, dass 2-3 Entscheidungen dieser Art zu unzähligen weiterer Entscheidungen führen wird.

2. Eine Angewohnheit ist komplexer als eine normale Handlung. Sie zeichnet sich aus durch „Auslöser“ und „Belohnung“, wodurch die Handlung ohne nachzudenken ausgeführt wird.

Die Gewohnheit ist ein dreiteiliger Prozess. Da ist zunächst der Auslöser, quasi ein Schalter, der einen Automatismus hervorruft, dann kommt die Routine, sprich die eigentliche Handlung und dann gibt es eine Belohnung, die dem Gehirn kommuniziert, dass diese Gewohnheit auch in Zukunft beibehalten werden soll. Mit der Zeit entsteht regelrecht ein verlangen nach der Belohnung, sobald der Auslöser auftaucht, wodurch die Angewohnheit zum automatischen Prozess wird.

Wenn Sie also den Auslöser Ihrer schlechten Angewohnheit erkennen und heruasfinden, welche Belohnung ihr Gehirn mit dem Ausführen des Verhaltens assoziiert, sind Sie in einer deutlich besseren Position, die Gewohnheit zu ändern.

3. Gewohnheiten haben einen Suchtfaktor, weil sie menschliche Grundbedürfnisse Befriedigen.

Die sechs menschlichen Bedürfnisse sind Sicherheit, Abwechslung, Anerkennung, Verbundenheit/Liebe, Wachstum und Beitrag.

Greifen wir erneut das o.g. Beispiel auf: Sie möchten Gewicht reduzieren und mehr sparen. Sie haben die schlechte Angewohnheit, dass Sie häufig zum essen ausgehen und nicht selbst zu Hause kochen. Dabei werden die sechs  Bedürfnisse wir folgt bedient:

1. Sicherheit: Gewissheit Freude zu erleben – wenn Sie ins Restaurant gehen, werden Sie anschließend satt gegessen sein. Gewissheit „Schmerz“ zu vermeiden – Sie brauchen nicht einzukaufen und sich in die Küche stellen.

2. Abwechslung: Sie wissen, dass Sie nicht nach Hause gehen und die selbe Suppe essen, die Sie schon hatten. Sie haben ein abwechslungsreiches Flair und haben eine breite Auswahl an Gerichten.

3. Anerkennung: Sie fühlen sich denen zugehörig, die es sich leisten können regelmäßig außerhalb zu essen. Sie wirken nach außen so, als wären Sie wohlhabend.

4. Verbundenheit: Normalerweise gehen Sie nicht alleine essen. Aber selbst wenn doch, haben Sie andere Menschen um sich herum und fühlen sich sozial verbunden.

5. Wachstum: Sie verspüren ein kulturelles Wachstum, entweder dadurch, dass Sie etwas neues gegessen haben, oder die Beziehung zur kulinarischen Kultur aufrecht erhalten haben.

6. Beitrag: Sie fühlen sich wie ein Mitwirkender des Unternehmens, des Restaurants, der Gesellschaft und der lokalen Wirtschaft, wenn Sie Ihr Geld im Restaurant lassen. Das ist ein normaler Teil eines „Erste Welt“-Lifestyles.

So entsteht letztendlich eine schlechte Gewohnheit und manifestiert sich. Vermutlich werden Sie einige der o.g. Motive nicht nachvollziehen können – und genau das ist es, was uns Menschen so unterschiedlich und einzigartig macht.

Jetzt wo Sie wissen, was Sie an Ihren schlechten gewohnheiten festhalten lässt, können Sie sie endlich ablegen.

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