Wie Sie Ihr Leben ohne Reue führen

Bronnie Ware ist Palliativpflegerin, sie kümmert sich um Todkranke in ihren letzten Wochen. Bei dieser Tätigkeit durfte sie viele aufregende, emotionale und tiefgründige Begegnungen und Momente erfahren. Besonders häufig hörte Sie Sätze, die mit „Ich wünschte, ich hätte…“ beginnen.

Hierzu schrieb Bronnie Ware ein Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen„. Interessanterweise zieht sich eine Eigenschaft durch diese fünf verschiedenen Punkte, die für uns eine unbezahlbar wertvolle Information enthält.

Die 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen:

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“

Viele Menschen leben nicht danach, was sie gerne tun möchten, sondern erfüllen die Erwartungen anderer. Bronnie Ware schreibt: „Das bedauern fast alle Menschen. Es gibt so viele Menschen, die durchs Leben gehen und die meiste Zeit Dinge tun, von denen sie glauben, dass andere sie von ihnen erwarten.“ Und wenn Sie endlich den Entschluss fassen sich davon zu befreien, ist es meist schon zu spät.

2. „Ich wünschte. ich hätte nicht so viel gearbeitet“

Selbst die Menschen, die ihre Arbeit lieben, bereuen es oft am Ende wegen des Geldes oder der Karriere zu viel Zeit damit verbracht zu haben und dafür zu wenig Zeit mit ihren Liebsten.

3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

Bronnie Ware schreibt: „Viele Menschen unterdrücken ihre Gefühle um des lieben Friedens willen. Das führt dazu, dass sich viele in einer mittelmäßigen Existenz einrichten und nie zu dem werden, was sie hätten sein können.“ Sie glaubt sogar, dass diese unterdrückten Gefühle häufig sogar (Mit-)Ursache für die schwere Krankheit ihrer Patienten war.

4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrecht erhalten“

„Jeder vermisst seine Freunde, wenn er stirbt.“ schreibt Bronnie Ware. Sehr häufig bedauern ihre Patienten, dass Kontakte zu liebenswerten Menschen nicht gepflegt wurden, weil immer wieder das Leben dazwischen kam – oder anders ausgedrückt: weil man sich nicht die Zeit genommen hat.

5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Die meisten Leute stecken in alten Mustern und Gewohnheiten der Gesellschaft. Erwachsene sind seriös und ernst. Business first. Für Freude ist kaum Platz. Wer so sein Leben gelebt hat, ist zum Schluss traurig über die vielen verpassten schönen Momente.

Für mich zieht sich die folgende Erkenntnis durch alle fünf Punkte:

Die Menschen bereuen zum Schluss nicht was sie getan haben – sondern was sie NICHT getan haben!

Sie haben gegenüber den Menschen, die Bronnie Ware gefplegt hat, jetzt einen entscheidenden Vorteil: Sie wurden gewarnt. Sie haben das Ende aus der Sicht der sterbenden erfahren und haben jetzt die Gelegenheit zu wählen:

Möchten Sie später einmal mit Reue und traurigem Gesicht im Sterbebett liegen, oder mit innerem Frieden und einem ehrlichen Lächeln einschlafen?

 

Ich persönlich habe mich entschieden! Und um mich oft daran zu erinnern und mich kurz zu hinterfragen, ob mich der Weg den ich einschlage wirklich glücklich macht, habe ich den folgenden Auftritt von Julia Engelmann – One Day / Reckoning von Youtube runtergeladen und höre ihn sehr oft im Auto. Ich finde diesen Text wahnsinnig schön und wertvoll – er gibt mir immer wieder eine Gänsehaut.

Dieses Video ist zurecht bereits 2014 viral bekannt geworden – falls Sie es noch nicht kennen oder schon vergessen haben, können Sie es sich jetzt erneut anschauen oder weiter unten den Text in Ruhe durchlesen.

One Day / Reckoning

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein,
und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.

Ich… ich bin der Meister der Streiche, wenn’s um Selbstbetrug geht,
bin ein Kleinkind vom Feinsten, wenn ich vor Aufgaben steh‘,
bin ein entschleunigtes Teilchen, kann auf keinsten was reißen,
lass mich begeistern für Leichtsinn – wenn ein and’rer ihn lebt.

Und ich denke zu viel nach, ich warte zu viel ab,
ich nehm mir zu viel vor, und ich mach davon zu wenig.
Ich halt mich zu oft zurück, ich zweifel alles an,
ich wäre gerne klug, allein das ist ziemlich dämlich.

Ich würde gern so vieles sagen, aber bleibe meistens still,
weil, wenn ich das alles sagen würde, wär das viel zu viel.
Ich würd gern so vieles tun, meine Liste ist so lang,
aber ich werd eh nie alles schaffen, also fang ich gar nicht an.

Stattdessen häng‘ ich planlos vorm Smartphone,
wart‘ bloß auf den nächsten Freitag.
Ach, das mach‘ ich später, ist die Baseline meines Alltags.

Ich bin so furchtbar faul wie ein Kieselstein am Meeresgrund.
Ich bin so furchtbar faul, mein Patronus ist ein Schweinehund.

Mein Leben ist ein Wartezimmer – niemand ruft mich auf.
Mein Dopamin, das spar ich immer – falls ich’s nochmal brauch.

Und eines Tages, Baby, werd‘ ich alt sein, oh Baby, werd‘ ich alt sein
und an all die Geschichten denken, die ich hätte erzählen können.

 

Und Du? Du murmelst jedes Jahr neu an Silvester
die wieder gleichen Vorsätze treu in dein Sektglas
und Ende Dezember stellst Du fest, das du Recht hast,
wenn Du sagst, dass Du sie dieses Jahr schon wieder vercheckt hast.

Dabei sollte für Dich 2013 das erste Jahr vom Rest deines Lebens werden.

Du wolltest abnehmen, früher aufstehen, öfter rausgehen,
mal deine Träume angehen, mal die Tagesschau sehen,
für mehr Smalltalk, Allgemeinwissen.
Aber so wie jedes Jahr, obwohl Du nicht damit gerechnet hast,
kam Dir wieder mal dieser Alltag dazwischen.

 

Unser Leben ist ein Wartezimmer, niemand ruft uns auf.
Unser Dopamin das sparen wir immer, falls wir’s nochmal brauchen.

Wir sind jung, und hab’n viel Zeit, warum soll’n wir was riskieren,
wir woll’n doch keine Fehler machen, woll’n auch nichts verlier’n.

Und es bleibt so viel zu tun, unsere Listen bleiben lang
und so geht Tag für Tag ganz still ins unbekannte Land.

Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein,
und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.

Und die Geschichten, die wir dann stattdessen erzählen,
werden traurige Konjunktive sein, wie:

Ein mal bin ich fast einen Marathon gelaufen,
und hätte fast die Buddenbrooks gelesen,
und einmal wär‘ ich beinah bis die Wolken wieder lila war’n noch wach gewesen,
und fast… fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen wir sind die gleichen
und dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten.

…werden wir sagen.

Und das wir bloß faul und feige waren, das werden wir verschweigen,
und uns heimlich wünschen noch ein bisschen hier zu bleiben.

Wenn wir dann alt sind, und unsere Tage knapp, und das wird sowieso passier’n,
dann erst werden wir kapier’n, wir hatten nie was zu verlier’n,
denn das Leben, das wir führen wollen, das können wir selbst wählen.
Also lass uns doch Geschichten schreiben, die wir später gern erzähl’n.

Lass uns nachts lange wach bleiben, auf’s höchste Hausdach der Stadt steigen,
lachend und vom Takt frei die allertollsten Lieder singen.
Lass uns Feste wie Konfetti schmeißen, sehen wie sie zu Boden reisen,
und die gefallenen Feste feiern bis die Wolken wieder lila sind.

Und… lass mal an uns selber glauben, ist mir egal ob das verrückt ist,
und wer genau guckt sieht, dass Mut auch bloß ein Anagramm von Glück ist.

Und… wer immer wir auch war’n – lass mal werden wer wir sein wollen.
Wir hab’n schon viel zu lang gewartet – lass mal Dopamin vergeuden.

Der Sinn des Lebens ist leben, das hat schon Casper gesagt.
Let’s make the most of the night, das hat schon Kesha gesagt.

Lass uns möglichst viele Fehler machen, und möglichst viel aus ihnen lernen.
Lass uns jetzt schon Gutes sähen, damit wir später Gutes ernten.

Lass uns alles tun, weil wir können und nicht müssen.
Weil jetzt sind wir jung und lebendig und das soll ruhig jeder wissen.

Und… unsere Zeit die geht vorbei, das wird sowieso passier’n,
und bis dahin sind wir frei und es gibt nichts zu verlier’n.

Lass uns uns mal demaskieren und dann sehen wir sind die gleichen
und dann können wir uns ruhig sagen, dass wir uns viel bedeuten,
denn das Leben das wir führen wollen, das können wir selber wählen.
Also… los, schreiben wir Geschichten die wir später gern erzähl’n.

Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein,
und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.

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